Benjeshecke: Mit wenig Aufwand zur Hecke » oder doch nicht?

Eine Benjeshecke oder Reisighecke lässt sich ohne großen Aufwand in jedem Garten errichten. Damit finden Baum- oder Strauchschnitt eine sinnvolle Verwertung und du lässt der Natur freien Lauf. Doch ist die Benjeshecke tatsächlich eine gute Alternative zu einer grünen oder gemischten Hecke?

Helge hat sich für dich schlau gemacht und verrät dir in diesem Beitrag unter anderem,

Hecken Helge
  • Was man eigentlich genau unter einer Benjeshecke versteht.
  • Welche Vor- und Nachteile eine Benjeshecke im Garten hat.
  • Wie du Schritt für Schritt eine Benjeshecke anlegen kannst.
  • Was es rund um die Pflege einer Benjeshecke zu beachten gilt.
  • Warum eine Benjeshecke Vögel und Igel anlockt.

Was ist eigentlich eine Benjeshecke?

Für eine Benjeshecke werden Äste und Zweige, aber auch andere Gartenabfälle wie Rasenschnitt locker aufgehäuft.

Der Name so einer Totholzhecke geht auf die Brüder Hermann und Heinrich Benjes zurück: Diese hatten sich als passionierte Landschaftsgärtner und Naturfreunde Ende der 1980er-Jahre Gedanken über eine sinnvolle Verwendung von Gehölzschnitt gemacht.

Begrenzt durch zwei Reihen von in die Erde getriebenen Zaunpfählen bildet der lockere Verbund aus Grüngut einen recht stabilen Wall, der sofort als Schichtschutz fungiert und sich im Laufe der Zeit selbstständig begrünt.

Keimfähige Samen gelangen unter anderem durch Vogelkot und mit dem Wind in die Hecke. Wie sich die Hecke nach und nach tatsächlich entwickelt, hängt vor allem vom jeweiligen Standort ab.

Heimische Hecke Benjeshecke

Die Benjeshecke » Welche Vor- und Nachteile hat sie?

Eine Benjeshecke anlegen – das mag gerade für sparsame Gartenbesitzer sehr verlockend sein! Schließlich ist das „Rohmaterial“ ohnehin vorhanden. Doch ist eine Benjeshecke tatsächlich für jeden Garten eine gute Idee? Oder hat der scheinbar einfache Konzept auch seine Tücken?

Eine Benjeshecke bauen » Welche Vorteile gibt es?

  • Das benötigte Grüngut wie Strauchschnitt fällt laufend in jedem Garten an. Mit einer Benjeshecke lässt sich das Schnittgut direkt vor Ort wiederverwenden.
  • Da – abgesehen von den Zaunpfählen – so gut wie kein Material oder Werkzeug benötigt wird, verursacht eine Benjeshecke kaum Herstellungskosten und ist ein sehr günstiges Element für die naturnahe Gartengestaltung.
  • Im Laufe der Zeit wird sich die Benjeshecke begrünen und mehr und mehr Tieren als Lebensraum oder Unterschlupf dienen.
  • Eine Benjeshecke verursacht kaum Pflegeaufwand.

Eine Totholzhecke anlegen » Welche Nachteile gibt es?

  • Bis eine Benjeshecke eine nennenswerte Begrünung aufweist und sich tatsächlich zu einer „Hecke“ entwickelt hat, kann es 50 bis 120 Jahre dauern.
  • Selbst wenn sie auf Stock gesetzt wurden, treiben viele Gehölze wie die Brombeere rasch wieder aus und dominieren die Vegetation. Dadurch wird der gewünschte Artenreichtum eingeschränkt.
  • Oft etablieren sich in einer Benjeshecke nicht die erhofften Gehölze, sondern vor allem durchsetzungsstarke Hochstauden wie Goldruten oder Brennnessel, die die Ansiedlung von Sträuchern verzögern.

Fazit: Eine Benjeshecke ist also ein spannendes Projekt. Wer jedoch in seinem Garten rasch eine ansehnliche Hecke haben möchte, die nicht zu viel Arbeit macht, trifft mit einer „gewöhnlichen“ grünen oder gemischten Naturhecke die bessere Wahl. 

Benjeshecke

Eine Benjeshecke anlegen: einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung

Eine Benjeshecke nach Anleitung anzulegen, bedarf keiner besonderen handwerklichen Vorkenntnisse.

Eine Benjeshecke bauen »So geht’s:

1. Zaunpfähle einschlagen

Um die Benjeshecke zu beiden Seiten zu begrenzen, schlägst du die Holzpfähle in zwei parallelen Reihen ein. Wie breit die Totholzhecke werden soll, liegt in deinem Ermessen. Eine gute Breite sind etwa 50 cm. 

Schlage die Pfosten einer Reihe mit 50 bis 75 cm Abstand in die Erde. Verwende dafür am besten einen Vorschlaghammer und achte darauf, dass die Pfosten am Ende etwa die gleiche Höhe haben. Alternativ kannst du Pfosten sehr unterschiedlicher Höhe mithilfe einer Säge angleichen. Die Höhe deiner Benjeshecke kannst du ebenfalls frei wählen. 1,5 Meter sind dabei ein gutes Mittelmaß.

2. Die Benjeshecke füllen

Als Füllmaterial eignen sich dicke und dünne Äste, Baum- und Strauchschnitt, verblühte Stauden und Gräser oder Rasenschnitt. All diese Gartenabfälle schichtest du innerhalb der Holzkonstruktion lose auf. 

3. Das Füllmaterial verdichten

Um das Füllmaterial zu verdichten, steigst du auf die aufgeschichteten Äste und Zweige und trittst sie vorsichtig herunter.

Gut zu wissen: Nach dem Anlegen solltest du die Benjeshecke nicht mehr betreten. Andernfalls könntest du Tiere verletzen, die sich in den Hohlräumen verstecken.

4. Herausstehende Äste kürzen

Äste, die weit aus der Benjeshecke herausstehen, kannst du ganz einfach mit einer Gartenschere kürzen.

5. Dünne Zweige flechten

Dünnere biegsame Zweige, die aus der Benjeshecke herausragen, flechtest du am besten ein. Im Idealfall bindest du dabei auch die Pfähle mit ein. So erhält die Hecke noch mehr Stabilität.

Hecken Helge

Die wichtigsten Gartentipps rund um das Anlegen einer Benjeshecke auf einen Blick:

Wie hoch und wie lang sollte eine Benjeshecke werden?

Gut stapeln lässt sich das Material, wenn die Hecke zwischen einem und 1,5 Meter hoch ist. Wer sich einen Sichtschutz wünscht, kann auch eine Benjeshecke mit zwei Metern Höhe anlegen.

Die Länge der Hecke hängt von den örtlichen Gegebenheiten und der vorhandenen Menge an Grüngut ab. Grundsätzlich gilt für eine langfristig artenreiche Entwicklung der Benjeshecke: Je länger, desto besser.

Wann ist der ideale Zeitpunkt für das Anlegen einer Benjeshecke?

Am besten legt man eine Benjeshecke während der Wintermonate an. Nach den Aufräumarbeiten im Herbst ist im Garten genügend Baum- und Strauchschnitt angefallen. Ist der Bau der Totholzhecke spätestens im März abgeschlossen, steht die Chance, dass sich bereits im Frühsommer erste Pflanzen und Tiere in dem Wall aus Totholz ansiedeln, sehr gut.

Was benötige ich für das Anlegen einer Benjeshecke?

Das Füllmaterial steht aus Baum- und Strauchschnitt, Stängeln verblühter Stauden, Rasenschnitt und anderem Grüngut. Etwas Vorsicht ist bei Schnittgut von Nadelhölzern geboten: Das sorgt rasch für ein saures Milieu.

Außerdem benötigst du an Gartenbedarf: Pfähle aus dem Baumarkt mit 6 bis 8 cm Durchmesser, einen Vorschlaghammer, eine Astschere und eine Säge.

Pflege der Benjeshecke: Das solltest du wissen!

Viel Pflege benötigt eine Benjeshecke im Garten nicht. Etwas Aufmerksamkeit solltest du ihr dennoch schenken: So entwickelt sich der Wall aus Totholz umso besser und schneller zu einer Baumhecke, die neben Sichtschutz wertvollen Lebensraum für Tiere bietet. 

  1. Sobald der Zaun aus Totholz beginnt, sich zu setzen, solltest du regelmäßig frisches Grüngut nachfüllen.
  2. Siedeln sich unliebsame Sträucher an, die die andere Vegetation zurückdrängen, schneidest du diese radikal zurück oder entfernst sie ganz.
  3. Bringe in den Zwischenräumen gelegentlich dünne Schichten aus Erde oder Laub ein. So erhöhst du die Stabilität deiner Benjeshecke. 
  4. Morsche Pfähle tauschst du einfach gegen neue aus. 
  5. Für einen noch stärkeren Verbund kannst du Himbeer- oder Brombeerranken um die Pfähle wickeln. 

Bis sich in einer Benjeshecke ein artenreiches Biotop gebildet hat, vergehen mitunter über 100 Jahre. Möchtest du deine Benjeshecke schneller begrünen, kannst du in unregelmäßigen Abständen Pflanzen in die Hecke setzen. Geeignet sind unter anderem

  • Felsenbirne,
  • Kornelkirsche,
  • Sanddorn,
  • Schlehe,
  • Apfelbeere.

Für eine blühende Benjeshecke bringst du Wicken, Clematis oder Kapuzinerkresse ein. So wird die Totholzhecke im Nu zu einem gestalterischen Element in deinem Garten und fügt sich von Beginn an harmonisch in ihre grüne Umgebung ein.

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Darum ist eine Benjeshecke wertvoll für Vögel, Insekten und Igel!

Eine Benjeshecke, in der sich langsam wieder Leben ansiedelt, ist ein sehr vielseitiger Lebensraum: In den Hohlräumen zwischen den Ästen können sich kleine Tiere verstecken, Vorratskammern anlegen oder Nester bauen. Wenn du auch dorniges Material verwendest, bietet du den Bewohnern zugleich Schutz vor Fraßfeinden.

Gerne nutzen Vogelarten wie Rotkehlchen, Amseln oder Zaunkönig eine Benjeshecke als Nistplatz. Weiter unten verstecken sich Igel oder Siebenschläfer und es finden Amphibien wie die Erdkröte und Reptilien wie Zauneidechsen oder Blindschleichen einen Rückzugsort.

Auch Insekten wie Wildbienen schätzen den Artenreichtum, der sich in einer Benjeshecke bildet, und sorgen als Nützlinge für die natürliche Schädlingsbekämpfung im Garten.

Diese Vorteile bietet eine Benjeshecke jedoch nur, wenn sie sich tatsächlich gut entwickelt und du ihr die richtige Pflege schenkst. Breiten sich beispielsweise ausschließlich Brennnessel in dem Wall aus, ist der ökologische Nutzen einer Benjeshecke sehr gering.

Benjeshecke: Ratten als Problem?

Natürlich bietet eine Benjeshecke nicht nur willkommenen Tieren wie dem Igel den optimalen Unterschlupf. Gelegentlich siedeln sich auch unerwünschte Gäste wie Mäuse oder Ratten an. Das Risiko ist allerdings relativ gering: Schließlich wird eine Totholzhecke nicht mit Essensresten befüllt.

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Hecken Helge sankt Danke!
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